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letzte Aktualisierung: 21.02.2006 
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Die Entstehung einer Zigarre

Um eine edle Zigarre zu fertigen bedarf es vieler Arbeitsschritte und gerade der Zigarrenmacher (torcedor) hat eine besondere Tätigkeit im Fertigungsprozess. Er oder sie stellt pro Tag bis zu 120 makellose, gleichmäßige und identisch aussehende Zigarren aus den vorbereiteten Tabakblättern her. Gerade weil diese Aufgabe so wichtig ist, und neben Geschick auch viel Gespür und Erfahrung verlangt, kam die Sage auf, dass die besten Zigarren angeblich zwischen den Schenkeln von Jungfrauen gerollt würden.

Als Rohstoff für dieses Produkt dient selbstverständlich Tabak. Der für die Zigarre benötigte Tabak wird (beispielsweise für eine Havanna) während der Wintermonate angebaut und benötigt dann etwa drei Monate, bis die Blätter groß genug sind um sie verarbeiten zu können. Auf Kuba wird der Tabak auf zwei Arten angebaut: entweder unter direkten Sonnen- und Witterungseinflüssen (tabaco del sol) oder geschützt unter feinen weißen Tüchern (tabaco tapado). Die makellosen Blätter des geschützt angebauten Tabak werden dann meist als Deckblatt verwendet.
Während der Ernte werden die Tabakblätter „etagenweise“ gepflückt. Die oberen Blätter, die mehr Sonnenlicht abbekommen haben, sind die aromatischeren, die unteren Blätter, auf die weniger Licht während ihres Wachstums fiel, sind deutlich milder. Erst bei der Mischung des Tabaks kommen die verschiedenen „Etagen“ in definierten Mengen wieder zusammen und ergeben so ein markentypisches Aroma.

Nach der Ernte werden die noch grünen Tabakblätter bis zu 40 Tage getrocknet. Ohne diesen, meist in „Tabakhäusern“ vollzogenen Arbeitsschritt, bekommen die Blätter nicht die von den Liebhabern so geschätzten aromatischen Eigenschaften. Während des Trocknens verlieren die Blätter also Feuchtigkeit, gleichzeitig wird aber dafür gesorgt, dass sie nicht austrocknen. Durch das Trocknen wechseln die Tabakblätter auch allmählich die Farbe, von Grün über Gelb hin zu Hellbraun. Erst in diesem Zustand sind sie bereit für die Fermentation.

Die Fermentation (ein Gärungsprozess) findet ja nach zukünftiger Bestimmung des Tabaks (Umblätter, Einlage, Deckblätter) auf unterschiedliche Weise statt. Der Tabak für die Einlage (tabaco del sol) kommt in Holzfässer, in denen sie schnell fermentieren, wie man an der zügig steigenden Temperatur erkennen kann. Die Blätter für das Deckblatt (tabaco tapado) werden in großen Räumen fermentiert, wo die Temperatur deutlich langsamer steigt, der Fermentations-Prozess also deutlich langsamer und damit schonender abläuft. Die Blätter verändern sich während der Fermentation weiter, die bisher nur in sehr geringen Mengen vorhandenen Aromen bilden sich weiter aus und werden intensiviert. Nach der Fermentation werden die Blätter nach Qualität und Farbe sortiert und einem zweiten Fermentationsprozess zugeführt. Diese zweite Fermentation dauert länger und gibt dem Tabak seinen endgültigen Charakter.

Den letzten Arbeitsschritt übernehmen die „Torcedores“, die Tabakroller, die ausschließlich eine Art von Zigarren produzieren. Sie erhalten die sorgfältig und meist nach geheimen Rezepten bereitete Tabakmischung für die Einlage, die in der Regel aus drei verschiedenen Tabaksorten besteht aus der „Mischabteilung“. In der die verschiedenen für die Tabakmischung benötigten Blätter zu erst entrippt und danach je nach gewünschter Stärke, Farbe, Brenneigenschaften und Aroma zu einer Mischung sortiert werden. Nur bei maschinell hergestellten Zigarren besteht die Einlage aus kleingeschnittenen Tabakblättern, ansonsten aus Blättern, die genauso lang sind wie die Zigarre selbst ist. Die Einlage ist für den charakteristischen Geschmack der verschiedenen Zigarrensorten verantwortlich.

Der Torcedor rollt nun aus der Einlage und zwei Hälften des Umblattes die so genannte „Puppe“. Hierbei ist viel Erfahrung und großes Geschick erforderlich, um die Zigarre gleichmäßig zu rollen. Geschieht dieses nämlich nicht, ist die Zigarre im günstigsten Fall nur etwas deformiert, im ungünstigsten zieht sie nicht richtig, was sie nahezu unbrauchbar macht. Die Puppen kommen anschließend in eine „Wickelpresse“ in der sie etwa 45 Minuten leicht gepresst werden.

Erst nach dem Pressen wird das Deckblatt angelegt. Hierfür benötigt der Torcedor nur einen Holztisch, ein scharfes Messer, eine Guillotine und natürlichen, geschmacksneutralen, pflanzlichen Klebstoff. Das Deckblatt wird je nach produziertem Zigarrentyp auf die gewünschte Länge geschnitten die Puppe damit umwickelt. Das Ende wird mit dem Klebstoff fixiert, bevor das fest fertige Produkt noch einmal kurz mit leichtem Druck gerollt wird um die Gleichmäßigkeit zu garantieren. Aus den Deckblattresten wird nun ein kleines Stück herausgeschnitten und mit dem Kleber als Zigarrenkopf befestigt, anschließend wird die Zigarre am Fuß- oder Brandende mittels Guillotine aus die gewünschte Länge geschnitten.

Zu guter Letzt kommen die frisch gerollten Zigarren in eine Klimakammer, in der sie bei optimalen Bedingungen (Temperatur 16 bis 18 °C; relative Luftfeuchtigkeit: 65 bis 70 %) mehrere Wochen zwischengelagert werden um ihre restliche Feuchtigkeit zu verlieren. Erst danach werden die Zigarren nach Farben sortiert, mit einer Bauchbinde versehen und in die für den Verkauf vorgesehenen Kisten gelegt.
Hier einige Empfehlungen für die Gesundheit.
mit dem Rauchen aufhören Hier finden Sie Hilfe, wenn Sie selbst mit dem Rauchen aufhören oder jemand anderem beim Aufhören helfen wollen.
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