Lagerung
Nun wird der eine oder andere sicherlich fragen: "Wie? Lagerung? Wegpacken kann doch jeder!". JEIN. In diesem Fall funktioniert dieses nicht so einfach. Sicherlich, wer nur kleinste Mengen an Tabakwaren benötigt oder sich nicht bevorratet, der braucht auf die Lagerung nicht sonderlich zu achten. Aber auch hier können die folgenden Tipps deutliche Verbesserungen bringen. Für alle anderen, also diejenigen, die sich auch mal mehr als eine Zigarre kaufen, ist die Lagerung extrem wichtig, schließlich gibt niemand gern viel Geld für ein Genussmittel aus, welches nach ein paar Tagen oder Wochen nicht mehr genießbar ist.
Tabak ist ein lebendes Produkt. Es verändert sich während des gesamten Produktionsprozesses und auch darüber hinaus. Also vom jungen Setzling, über die kräftige, ausgewachsene Tabakpflanze und den mehrjährigen Fermentierungs- und Reifungsprozess bis zum Rollen der Zigarren lebt der Tabak. Schon nach der Ernte wird der Tabak so behandelt, dass er nicht austrocknet, gleichzeitig wird darauf geachtet, dass er nicht zu feucht wird und anfängt zu faulen. In diesem Stadium reift der Tabak und beginnt seine Aromen zu entfalten.

Nach dem Produktionsprozess werden die Erzeugnisse in speziell klimatisierten Behältnissen zu ihren Bestimmungsorten in die ganze Welt transportiert. Bei den Händlern lagern sie ebenfalls in solch speziell klimatisierten Behältnissen. Aufgrund der Quantitäten sind dies meist speziell ausgestattete Räume. Sind die Zigarren letztendlich beim Kunden angelangt, muss dieser dafür sorgen, dass sich die Zigarren wohlfühlen. Um dieses zu gewährleisten, werden die Zigarren auch zu Hause in einem solchen Behältnis, einem Humidor, gelagert.
Da Zigarren hauptsächlich in tropischen Regionen produziert werden und auch der Großteil des Tabaks dort angebaut wird, benötigen sie, um ihre charakteristischen Eigenschaften zu behalten, ein ähnliches Klima auch in unseren Breiten. Das Zigarrenklima ist gekennzeichnet durch eine Luftfeuchtigkeit von 70 % bis 80 % sowie einer Temperatur von 20-22 °C. Bei diesem Klima werden die Zigarren nicht nur optimal erhalten, sie können sogar noch weiterreifen.
Werden Zigarren nicht in einem Humidor gelagert, können sie je nach herrschender Luftfeuchtigkeit ca. eine Woche „überleben“. Diese Zeit verkürzt sich natürlich deutlich während der Heizperiode, während sie sich im feuchten Frühling oder Herbst etwas verlängert.
Mit einem guten Humidor ist es egal, welche Jahrszeit gerade herrscht, oder mit wie vielen Zigarren man sich bevorratet.
Gute Humidore bestehen aus mehreren Holzschichten, damit diese bei Feuchtigkeit gegeneinander arbeiten können und das Innenklima trotzdem gehalten werden kann. Billig-Humidore haben oft nur eine Holzschicht, die sich aufgrund der Feuchtigkeit im Inneren verziehen können, was den Humidor unbrauchbar macht. Auch die Luftbefeuchter solcher billigen Humidore taugen meist nicht viel.
Als Einstiegsmodell für den Anfänger sind sie aber geeignet. Es wäre Verschendung viel Geld für etwas auszugeben, wenn nicht sicher ist, ob man bei der Zigarre bleibt.
Wie pflegt man seinen Humidor richtig?
Wie im eingangs schon beschrieben, ist der Humidor der beste Aufbewahrungsort um Zigarren richtig und professionell zu lagern.
Ein Humidor stellt exakt die von den Zigarren benötigte Luftfeuchtigkeit zu Verfügung, auch die Temperatur wird mit ihm ziemlich konstant gehalten.
Am besten ist es, wenn der Humidor an einem kühlen Ort aufbewahrt wird. Allerdings ist der Kühlschrank der absolut falsche Ort für ihn. Dort wird sein Holz durch die Kälte brüchig und auch die Zigarren verlieren durch die viel zu stake Kühlung an Aroma.
Am besten wird der Luftbefeuchter mit destilliertem Wasser oder einer Humidorflüssigkeit befüllt, da diese keimfrei ist und so nicht zu Fäulnisprozessen beträgt.
Einen neu gekauften Humidor sollte man erst befeuchten und 3-4 Tage warten bevor man die Zigarren hineingibt, da Humidore im Auslieferungszustand absolut trocken sind. Legt man die Zigarren zu früh hinein, dann saugt der Humidor auch aus ihnen die Feuchtigkeit, und die Zigarren verlieren an Aroma, bzw. zerbröseln unter den Händen.
Sollte dem Humidor nur selten eine Zigarre entnommen werden, dann sollte der Deckel trotzdem ein Mal pro Woche geöffnet werden, um einen Luftaustausch zu ermöglichen und um so für die Zigarren schädliche Prozesse zu unterbinden.