Korken
Weinflaschen sind in der Regel mit Korken verschlossen. Diese Korken sind, sofern sie nicht aus Kunststoffen gefertigt wurden, ein Naturprodukt aus der äußerst dicken Rinde der Korkeiche (Quercus suber).
Schon in der Antike verwendeten die Griechen und Römer Korken um ihre Weingefäße zu verschließen. Aber, wie vieles andere auch, ging dieses Wissen zusammen mit dem Römischen Reich unter.
Angeblich hat der Mönch Dom Pérignon (1635-1715) den Korken als Weinverschluss neu erfunden, als er mit ihm bei der Herstellung des Champagners experimentierte.
Kork gilt als der idealste Rohstoff für den Flaschenverschluss. Er ist leicht, sauber, temperaturunempfindlich, luftundurchlässig, extrem elastisch und wird selten von Fäulnis befallen. Allerdings benötigt der Korken eine gewissen Temperaturkonstanz und Luftfeuchtigkeit um nicht undicht zu werden. Ein guter Korken weist möglichst wenig Poren auf, ist elastisch und hat eine glatte Oberfläche. Die Preise für die verschiedenen Korken-Qualitäten schwanken von 5 Cent bis zu 1 Euro.
Der weltweit größte Produzent und Exporteur für
Korken ist vor Spanien, Italien und Marokko das Land Portugal, wo rund die Hälfte der weltweiten Korkproduktion angebaut wird.
Die Korkeichen benötigen etwa 45 Jahre bevor die Rinde zum ersten Mal geerntet werden kann. Die weiteren maximal 15 Ernten können dann im 10 Jahresrhythmus erfolgen. Diese Fähigkeit zur Regeneration der Rinde macht die Korkeiche zu etwas Besonderem, da alle anderen Baumarten nach der Entfernung der Rinde unweigerlich zu Grunde gehen.
Die Produktion des Flaschenkorkens läuft eigentlich immer nach dem gleichen Muster ab. Der Baum wird entrindet oder geschält. Danach wird die
geerntete Rinde gekocht, gewaschen, gebleicht, getrocknet und nach Qualitätsstufen sortiert. Anschließend werden sie bedruckt, entstaubt und imprägniert bzw. die vom Kunden (Winzer, Abfüller) gewünschte Feuchtigkeit eingestellt.
Der Wein „atmet“ bei der Lagerung und der damit verbunden Flaschenreifung durch den Korken. Das wird jedenfalls immer und speziell von den Korkenproduzenten behauptet.
Aber wäre dieses wirklich der Fall, dann würde der Wein oxidieren und dadurch viel zu schnell altern und an Geschmack verlieren.
Der Wein "atmet" also tatsächlich nicht durch den Korken.
Vergleicht man die verschiedenen inzwischen angebotenen
Alternativen zum Korken, kommt man zu dem Ergebnis, dass die in jeder Hinsicht optimalen Verschlüsse für Weinflaschen Schraubverschlüsse
wären. Allerdings geht hierbei die ästhetische Komponente des Weins, ja die Wein-Kultur, verloren. Aber unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten ist die Verdrängung des natürlichen Korkens wohl nicht mehr aufzuhalten.
Gleichzeitig stellt der Rückgang der Korkenproduktion auch eine
Gefahr für die Korkeichenwälder da. Der Korkverkauf sichert den
dortigen Bauern ihr Einkommen, sinkt die Nachfrage, werden sie sich
umorientieren und statt dessen andere, profitablere Plantagen (z. B.
Pinien, Eukalyptus, Oliven) anlegen. Das klingt im ersten Moment
nicht weiter wichtig, aber dadurch würden vielen Zugvögel, wie zum
Beispiel den Kranichen, wichtige Rückzugsräume für den Winter
fehlen. Sogar die Feinschmecker hierzulande wären betroffen, müssten
sie doch für den begehrten Schinken, des sich hauptsächlich von
Korkeicheln ernährenden, Iberico-Scheines deutlich tiefer in die
Tasche greifen.
Quellen:
Foulkes, Christopher (Hrsg.): Larousse-Weinenzyklopädie. Die Weinregionen der Welt. München, 1995.
Johnson, Hugh: Der große Johnson. Die neue Enzyklopädie der Weine, Weinbaugebiete und Weinerzeuger der Welt. Bern, Stuttgart, Hallwag, 1991.
http://www.immersprenger.de/korkfachhande/kork/wissenwertes.html
http://www.korkindustrie.de
http://www.quarks.de/wein/0109.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/korken
http://www.gueltig.com/html/home_d.html
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