Käse und Wein
Käse und Wein haben eine große Gemeinsamkeit: beide gibt es in einer schier unüberblickbaren Arten-/Sortenvielfalt, die durch unterschiedliche Herstellungsarten sowie regionale und/oder traditionelle Unterschiede noch zusätzlich erweitert wird.
Als wichtigste Maxime gilt hier: Geschmack ist, was gefällt und probieren geht über studieren. Es hilft also nur intensives ausprobieren und verkosten!
Wein und Käse, beides Lebensmittel, sollten kühl und dunkel gelagert werden. Trotzdem sollte man beide nicht zusammen lagern, denn von sehr geruchsintensiven Käsen könnte der Geruch auf den Korken übergehen, was sich dann negativ auf den Geschmack auswirkt.
Beide sollten sich vor dem Essen aklimatisieren um ihr volles Aroma entfalten zu können. Der Käse sollte beim Verzehr Zimmertemperatur haben, während die Trinktemperatur beim Wein je nach Sorte und Traube variiert.
Der weit verbreitete Irrglaube, dass zu Käse nur Rotwein passt, kommt angeblich aus Gegenden in denen es früher traditionell fast nur Rotwein gab. Aber, wie Eingangs erwähnt, Geschmack ist, was gefällt. Wobei trockene und kräftige Weine am besten zu Käse passen (aber das ist meine Meinung).
Weine und Käse werden durch die Natur bestimmt. Es gibt eine schier unüberschaubare Anzahl an Namen und Sorten, aber alle erhalten ihren Geschmack und ihren Charakter durch die Landschaft in der sie produziert werden, dem dort vorherrschenden Klima, dem Produktionsverfahren und den Reifezeiten.
Für beide (Käse und Wein) muss man seine Zunge trainieren um die größte Vielfalt erleben zu können.
Das harmonische Zusammenspiel von Wein und Käse folgt einigen einfachen Regeln, die auch Anfängern zu schnellen und vor allem leckeren Ergebnissen verhelfen. Fettgehalt, Alter und Geschmacksintensität des Käses sind die wichtigsten Faktoren für dieses Zusammenspiel, schließlich soll keiner der beiden über den anderen dominieren.
Daraus lassen sich einige Tipps ableiten:
Je würziger der Käse ist, desto bukett- und geschmacksbetonter sollte der Wein sein. Das gilt natürlich auch anders herum, je kräftiger der Wein, desto würziger kann der Käse sein.
Je trockener und salziger der Käse, desto gerbstoffbetonter sollte der Wein sein. Es bleiben also eigentlich nur Rotweine.
Je fettreicher der Käse, desto süßer kann der Wein sein. Wobei hier den Weißweinen der Vorzug zu gewähren ist, da diese auch als lieblich ausgebaute Variante meist noch eine gewisse Restsäure mitbringen.
Ein paar konkrete Tipps:
Junge, milde Hartkäse passen gut zu trockenen, fruchtigen Weißweinen oder leichten Rotweinen.
Reifere, kräftigere oder würzigere Käse benötigen auch einen kräftigeren Wein, beispielsweise kräftige Grau- oder Spätburgunder.
Milde Weichkäse (Brie oder Cammenbert) passen am besten zu würzigen Weißweinen mit dezenter Säure (z. B. Riesling Kabinett).
Zu Blauschimmelkäsen sollten Weißweine wie Spätlese, Auslese oder Einweine gereicht werden, da eine filigrane Balance zwischen der kräftigen Süße des Käses und dem Süße-Säure-Verhältnis des Weines erreicht werden muss. (Aber das habe ich selbst noch nicht probiert und verlasse mich da auf Aussagen von Freunden.)
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