Um 1000: Beginn der Kaffee-KarriereDen Einheimischen der äthiopischen Provinz Kaffa kam jedoch nicht die Idee, die Frucht mit der anregenden Wirkung zu kultivieren und zu verkaufen. Es waren die Landwirte des benachbarten Jemen, die die Sträucher mit den rot-gelben Beeren als Erste anpflanzten und in Umlauf brachten. Wobei der Jemen Jahrhunderte lang die die einzige Bezugsquelle der Welt war, da keine fruchtbaren Pflanzen den Jemen verlassen duften, was besonders in Jemens Hafen Mocha streng überwacht wurde.
1400 bis 1600 Verbreitung des RöstkaffeesDie ca. 1000 Jahre alte Idee, aus den Früchten des Kaffeebaums einen Sud zu brauen, war die Geburtsstunde des Kaffees. Im Jemen wurden zunächst die ungerösteten, grünen Bohnen zu einer unansehnlichen, streng riechenden grauen Masse verkocht, die mit dem Getränk in unserer Kaffeekanne noch recht wenig zu tun hatte. Im ausgehenden 14. Jahrhundert wurde der Kaffee zum ersten Mal geröstet. Dieser Vorgang beschert uns heute den typisch aromatischen Geschmack des Kaffees.
Über das Rote Meer gelangt der Kaffee, als Schmuggelware von Pilgern, aus dem Jemen nach Mekka. Die Pilger, die bereits seit Jahrhunderten aus aller Welt in diese Stadt ziehen, waren es auch die die Kunde dieses neuartigen Getränks in ihrer Heimat verbreiteten. Über Kairo und Damaskus führt der Weg der kleinen Bohne nach Istanbul. Hier kosten die ersten Europäer das "flüssige Gold" und bringen das Geschäft mit dem Kaffee ins Rollen.
Um 1600: Kaffeehandel in Europa1645 entsteht in Venedig das erste Kaffeehaus außerhalb der islamischen Welt und die berühmten Kaufleute Venedigs gründen den ersten Handelsplatz für die Rohware Kaffee. Während hier

noch über die Gewürzroute mit Parfum, Tee, Stoffen, Farbstoffen und den original orientalischen Bohnen gehandelt wird, bauen die Holländer bereits ihre eigenen Plantagen auf. Ein Unterfangen, dass aufgrund der steigenden Nachfrage und des bisherigen jemenitischen Monopols ein wichtiger Schritt zur massenhaften Verbreitung war. Schon bald trägt die Arbeit der "Oostindischen Compagney" der Niederländer Früchte: Die erwirtschafteten Kaffeebohnen landen 1711 mit der ersten mengenmäßig noch bescheidenen Kaffeeladung aus den indonesischen Kolonien in Amsterdam. Später sorgten sie für den systematischen Anbau auf Java, Sumatra, Bali, Timor und Celeben.
Für Österreich gilt 1683 als herausragendes historisches Datum. Die Belagerung Wiens endete mit einer vernichtenden Niederlage der Osmanen. Die von ihnen zurückgelassenen Kaffeebestände bildeten den Grundstock der Wiener Kaffeekultur.
Um 1700: Kaffeeanbau rund um den GlobusDer Bürgermeister Amsterdams, stolzer Besitzer der ersten Kaffeeplantage in europäischer Hand, verschenkt im Jahre 1714 einen knapp zwei Meter hohen Kaffeestrauch an den "Sonnenkönig" Ludwig XIV. von Frankreich. Ein Jahr später mischten auch die Franzosen als letzte europäische Kolonialmacht im Kaffeeanbau mit und eiferten den Holländern in ihrem Geschäftssinn nach. Die französischen Kolonien auf der Karibikinsel Haiti werden mit dem Anlegen und der Bewirtschaftung eigener Plantagen beauftragt und sind damit die ersten Kaffeeproduzenten auf dem amerikanischen Kontinent.